E-Skills in Schule & Arbeitswelt


Die Internetnutzung ist für Jugendliche keine Neuheit mehr. Mit 97 Prozent hat praktisch jeder Zwölf- bis Neunzehnjährige ein eigenes Mobiltelefon, 74 Prozent haben zudem einen eigenen PC oder Laptop zur Verfügung. Digitale Medien werden darüber hinaus rege von den Schülern genutzt: Neben der Verwendung für z.B. Präsentationen und Referate spielt das Internet auch bei den Hausaufgaben als zusätzliche Informationsquelle eine wichtige Rolle: 28 Prozent der Jugendlichen nutzen innerhalb von 14 Tagen YouTube um dort z.B. Erklärvideos zu Themen aus der Schule anzusehen. Sieben Prozent nutzen täglich Wikipedia oder vergleichbare Angebote (JIM Studie, 2016).

Digital Literacy und e-Skills dürften also in dieser Generation kein Problem sein. Wie aber steht es um Personen, die bereits im Berufsleben stehen? Welche Länder sind dabei führend in Sachen e-Skills? Und ist eher die Über- oder Unterqualifizierung ein Problem im Bereich e-Kompetenzen in der Arbeitswelt? Dieser Frage gingen Wissenschaftler der OECD nach. Mit Daten des PIAAC (Programme for the International Assessment of Adult Competencies) wurden 24 OECD Länder verglichen. Neben detaillierten Informationen zu Ausbildung und Beruf wurden bei den Teilnehmern unter anderem Kompetenzen wie Problemlösefähigkeit, Lese- und Mathematikkompetenzen erfasst.

OECD Länder und e-Skills im Vergleich

Eine Studie der OECD (2015) legt nahe, dass je älter der Arbeitnehmer ist, desto weniger e-Skills besitzt er auch. Während in der Gruppe der 16- bis 24-jährigen Europäer nur 1,5 Prozent angeben, keinerlei Erfahrung im Umgang mit Computern zu haben sind es in der Gruppe 55 bis 65-jährigen 54,3 Prozent.

Im Durchschnitt gaben 87 Prozent der Befragten eine gute berufliche Passung zwischen e-Skills und den Anforderungen in ihrem Job an. Fast 10 Prozent waren überqualifiziert, nur 3 Prozent unterqualifiziert. Irland und die Slowakei weisen den höchsten Anteil an überqualifizierten Arbeitnehmern auf. In Schweden und Belgien hingegen ist der Größte Anteil an unterqualifizierten Arbeitnehmern zu finden.

 

Quellen:

Feierabend, P. Rathgeb (2016). JIM-Studie 2016. Jugend, Information,(Multi-) Media. Basisstudie zum Medienumgang 12-bis 19-Jähriger in Deutschland. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs).

Pellizzari, M., Biagi, F., & Brecko, B. (2015). E-skills Mismatch: Evidence from an International Assessment of Adult Competencies (No. 2015-10). Joint Research Centre (Seville site).

 

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