Wo sollte die Weiterbildung zum Thema digitales Lernen hinsehen?


Wie wäre es in den Schulbereich?

Der Schulbereich zieht bei der digitalen Bildung an. Hier ist aktuell einiges geboten! Verschiedene Initiativen (s. OER, eine gute Suche gibts auf der OER Vernetzungs-Seite) bieten tolle Materialien und Diskussionen rund um das digitale Lernen.

Speziell in Bayern – etabliert durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus- gibt es übrigens Mebis (https://www.mebis.bayern.de/). Eine Plattform, mit Informationen, Mediathek und Lernmöglichkeiten. Zugang zwar nur für den Schulbereich, aber es lohnt sich mal darauf zu schauen. Es dient der Förderung des Einsatzes von digitalen Medien im Unterricht. An der Umsetzung sind das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB), die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) sowie das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht GmbH (FWU) beteiligt. Im Schuljahr 2012/2013 (!!!) wurden die Angebote von mebis an 90 am Projekt „Referenzschule für Medienbildung“ teilnehmenden Schulen erfolgreich erprobt. Seit 2014 wurde kontinuierlich auf alle interessierten staatlichen Schulen ausgedehnt. Seit 2017 stehen die Angebote auch kommunalen und privaten Schulen in Bayern zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung.

Interessant finde ich hier auch das Thema Medienkompetenz: „Das Mediencurriculum stellt dabei dessen zentralen Baustein dar, da es die Grundlage einer nachhaltigen Medienentwicklung bildet und die systematische und progressive Kompetenzentwicklung widerspiegelt.“ Wer sich das mal ansehen möchte, sowie auch die Curricula von Grundschule bis Berufsschule, wird hier fündig: https://www.mebis.bayern.de/infoportal/empfehlung/mc-navigator2-online

Wie wäre es denn mit der Jugendarbeit?

Eine Studie, die man auch außerhalb der Jugendarbeit kennen sollte: Die JIM-Studie. Seit 1998 untersucht der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) den medialen Alltag von Jugendlichen in Deutschland. Die JIM-Studie ist abrufbar auf https://www.mpfs.de/studien/jim-studie/2018/ .Die aktuelle JIM-Studie 2018 beschreibt die mediale Haushaltsausstattung und den Gerätebesitz der Jugendlichen, sie dokumentiert die wichtigsten Kennzahlen der Mediennutzung über die verschiedenen Gattungen und beleuchtet die inhaltlichen Aspekte der Nutzung. Somit bietet die JIM-Studie als Basisuntersuchung einen Überblick über das aktuelle Medienverhalten der Zwölf- bis 19-Jährigen in Deutschland. Und diese Studie hat auch 2018 Interessantes zu sagen:

Der Siegeszug von Netflix und Co. bei den Jugendlichen hält an. Die Hälfte der Zwölf- bis 19-Jährigen schaut regelmäßig Sendungen, Serien und Filme bei Netflix (47 %), jeder Fünfte nutzt Amazon Prime Video (22 %). Damit hat sich der Anteil regelmäßiger Netflix-Nutzer im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt (2017: 26 %).

Zudem bietet sie auch weitere interessante Fakten an: Heute findet sich eine  Durchdringung der Lebenswelt der Jugendlichen mit „neuen“ Medien. Die Heranwachsenden eignen sich aktuelle Angebote und Techniken zügiger an und integrieren diese in ihren (Medien-)Alltag. Andererseits erweisen sich gleichzeitig viele Nutzungsmuster und -motive als erstaunlich stabil. Deutlich wird dies beispielsweise bei der Betrachtung des Leseverhaltens oder der Fernsehnutzung. Auch 2018 lesen zwei von fünf Jugendlichen regelmäßig Bücher in analoger Form. Da hat sich jetzt nicht soviel über die Jahre geändert.

Die Bedürfnisse der heranwachsenden Generation zu kennen müssen Grundlage einer reflektierten Haltung auch für Weiterbildner sein. Fun Fact dazu am Rande: Die ersten Befragten der JIM-Studie 1998 sind heute etwa 39 Jahre alt und möglicherweise selbst Eltern, die sich mit Fragen des Medienumgangs ihrer Kinder auseinandersetzen.